Die Marsberger Geschichten blicken auf das erfolgreichste Vereinsjahr – Alleine die beiden Sonderausstellungen lockten weit über 2.000 Besucher

Marsberg. Als vor drei Jahren der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ aus der Taufe gehoben wurde, konnten die Gründungsmitglieder nicht ahnen, was hieraus einmal entstehen würde. „Das dritte Jahr in der Vereinsgeschichte ist bisher das mit Abstand erfolgreichste!“, so die „Marsberger Geschichten“ im Rahmen ihrer Jahresbilanz.

Der Geschichtsverein hat alleine für das Jahr 2014 insgesamt 142 Aktionen sowie 38 Stadtführungen durch das historische Obermarsberg vorzuweisen. An den 38 Stadtführungen des Vereins im Karls-Jahr nahmen rund 800 Besucher teil – vom heimischen MGV Canstein mit Sängern aus Österreich, über z. B. den Lehrerverband Paderborn, den Paderborner Finanzamtsvorstehern und Abteilungsleitern, ehemaligen jüdischen Mitbürgern Marsbergs, Besucher aus Frankreich bis hin zur bekannten, alten märkischen Adelsfamilie von Jagow (Gottlieb von Jagow war Staatssekretär im Auswärtigen Amt). Unter den mannigfachen Aktionen im Vereinsjahr 2014 sind auch insgesamt 26 hoch- bzw. plattdeutsche Radiosendungen, die im Bürgerfunk über Radio Sauerland ausgestrahlt wurden, wiederzufinden.

Besondere Highlights waren hier die Sendungen mit den Experten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Im Einzelnen sind die Sendungen mit der LWL-Klinik Marsberg, dem LWL-Denkmalamt und der LWL-Archäologie hervorzuheben. Dorfvorstellungen, Schlossbesichtigungen bzw. kirchliche, geschichtliche, kulturelle sowie naturkundliche Sendungen vervollständigten das Vereinsangebot im Jahr 2014 und werden auch 2015 ausgestrahlt. Eine weitere Sendung zum Thema „Karl der Große auch nach 1.200 Jahren noch aktuell“ wurde zusammen mit WDR 5 produziert.

Plattdeutsch ging und geht es mit Sendungen von Padberg bis Meerhof zur Sache. Das gesamte Sauerland hört die Sendungen der „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ sowie des Moderators Markus Hiegemann und so ließ eine Anfrage des Sauerländer Heimatbundes nicht lange auf sich warten: „Der plattdeutsche Tag im Sauerland“ im Stertschultenhof in Cobbenrode wird am 09.05.2015 erstmalig mit Marsberger Sprechern ausgerichtet.

Das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ erfreute sich ganz besonders im 425-jährigen Jubiläumsjahr größter Beliebtheit. Zahlreiche neue Exponate wurden von der Bevölkerung dem Museum gestiftet. Von einer Replik des Schwert Karls des Großen bis hin zu vielen weiteren Figuren und Werken der „Künstler des Diemeltals“ – der Bildhauerfamilie Larenz – reicht die bunte Palette übergebener Museumsgegenstände. Die für die Geschichte interessantesten Exponate werden in der Reihe „Marsbergs Fundstück des Monats“ mit Hintergrundinformationen regelmäßig prämiert. Zwei große Sonderausstellungen lockten in nur 29 Öffnungstagen weit über 2.000 Besucher an. Bereits am 31.05.2014 gedachte die Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg (DFG) im Rahmen eines Aktionstages dem Ausbruch des I. Weltkrieges vor 100 Jahren. Hierzu steuerten die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ den Großteil der Ausstellung bei. Die erfolgreiche Ausstellung zählte Ende Mai/Anfang Juni 2014 in nur 4 Tagen über 1.000 Besucher, davon 19 Schulklassen. Vom 28.07. bis 15.08.2014 wurde sie in der Volksbank Marsberg nochmals gezeigt und auch dort sehr gut angenommen. Die Belohnung für all die Mühen am Aktionstag und in der Folgezeit war die Übergabe des bundesweiten Siegerpreises der Französischen Botschaft in Berlin an die DFG Marsberg für das Gesamtprojekt.

Hunderte von Besuchern sahen 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende der bekannten Marsberger Bildhauerwerkstatt Larenz sich auch die zweite große Sonderausstellung der „Marsberger Geschichten“ im November 2014 in der Volksbank an. Hier wurden über 200 Fotografien und über 50 originale Exponate zu den Kunstwerken der Bildhauerei gezeigt. Für das Ausstellungsjahr 2015 laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. An der großen Ausstellung zum Thema 200 Jahre Westfalen wird sich der Marsberger Geschichts- und Heimatverein ebenfalls beteiligen. 2014 konnten neue Publikationen vorgestellt werden. Zusammen mit der LWL-Altertumskommission präsentierten die „Marsberger Geschichten“ in der Reihe „Frühe Burgen“ das Heft 36: „Die Eresburg“ und vor Weihnachten brachte der Verein die „Auftragsbücher der Bildhauer Larenz“ heraus.

In 2015 soll hier angeknüpft und mindestens zwei weitere Bücher zur Marsberger Geschichte veröffentlicht werden. Vorstandsmäßig bleibt auch 2015 im Verein alles beim Alten. Die beiden Positionen nach § 26 BGB – also die Personen, die nach außen hin den Verein vertreten können – bleiben in den bewährten Händen des Vorsitzenden Andreas Karl Böttcher und der Geschäftsführerin Elvira Böttcher. Informationen zum Marsberger Geschichts- und Heimatverein finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de