Bedeutung eines Kriegerdenkmals / Ehrenmals

Ein Kriegerdenkmal oder -ehrenmal ist ein Denkmal, das zur Erinnerung an die in einem Krieg gefallenen Soldaten errichtet wurde. Kriegerdenkmäler gehören in nahezu allen Teilnehmer-staaten des Ersten Weltkrieges zum Landschaftsbild, wurden aber auch in anderen Ländern anlässlich anderer Konflikte errichtet.


Während frühe Kriegerdenkmäler Stolz, Wehrwillen oder Revancheabsichten verkündeten, mahnen jüngere Kriegerdenkmäler zum Frieden. Manche Kriegerdenkmäler beziehen auch überlebende Teilnehmer oder zivile Opfer von Kriegen mit ein.
Durch die ungleich höhere Zahl an Opfern, die der Ersten Weltkrieg im Vergleich mit den vorangegangenen Kriegen gefordert hatte, stand in den Ehrenmälern für die Soldaten 1914–1918 zunächst das Totengedenken im Mittel-punkt.


Stifter waren vielerorts die Gemeinden oder Kirchengemeinden und nur noch selten Krieger-vereine. Die Denkmäler befinden sich darum auch zumeist an oder in Kirchen und beschränken sich auch oft auf die Auflistung der Namen der Gefallenen. Da nicht nur der Krieg verloren war, sondern auch das Kaiserreich untergegangen und die alte Armee aufgelöst worden war, weisen die Denkmäler üblicherweise keine nationalen Symbole auf, vielmehr zeigen sie Eisernes Kreuz, Eichenlaub, Schwert und Stahlhelm sowie christliche Symbolik. Der Obelisk oder die Säule als Siegessymbol sind nur noch sehr selten anzutreffen. Figürliche Darstellungen zeigen bei Denkmälern um 1920 häufig mittelalterliche Figuren, später sterbende und trauernde Krieger.

Im Zweiten Weltkrieg nahm der Anteil ziviler Opfer an den Gesamtverlusten enorme Ausmaße an. Auch aufgrund der politischen Diskussion und des Pazifismus der Nachkriegszeit wurden Denkmäler daher zumeist nicht allein den Soldaten, sondern allen Opfern des Krieges gewidmet, wobei man überwiegend auf die Nennung der einzelnen Namen verzichtete. Die chaotische Situation in Deutschland nach 1945 mit der großen Zahl von Vertriebenen und Verschollenen hätte eine genaue Erfassung aller Namen in größeren Städten ohnehin unmöglich gemacht. Reine Kriegerdenkmäler wurden deshalb nur vereinzelt neu errichtet. Häufiger wurden Kriegerdenkmäler für 1914–18 um die Namen der Toten 1939–45 ergänzt. Bei nach 1945 neu errichteten Kriegerdenkmälern sind oft christliche Symbole wie das Kreuz und die Pietà oder Palmzweige vorzufinden, die Anlagen wirken durch ihre Architektur häufig auch tempelartig.

 

(Quelle: WIKIPEDIA/Kriegerdenkmal)

Das Ehrenmal in Padberg

Kriegerdenkmal in Padberg, erbaut 1928

 

Nachdem das Haus des jüdischen Kaufmanns Abraham Rosenbaum abbrannte, schenkte er dieses Grundstück am Kötterberg, der politischen Gemeinde Padberg.

Die Absicht war, an dieser Stelle ein Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges 1914-1918 zu errichten. Abraham Rosenbaum hatte sich erbeten, seinen Sohn Ernst, der 20-jährig 1918 in Frankreich für Deutschland gefallen war, namentlich auf der Gedenktafel zu erwähnen.

Nach zahlreichen Entwürfen der Firma Lahrenz in Marsberg, einigte man sich auf ein pyramidenförmiges Monument, gemauert aus heimischen Bruchsteinquadern.

       dreieinhalb Zentner

      schweresTatzenkreuz

Einweihung am 12. August 1928

 

Ehrenmal mit den Tafeln

beider Weltkriege

 

Das dreieinhalb Zentner schwere Tatzenkreuz, welches als Abschluss dient, wurde von dem damals 18-jährigen Wilhelm Mund mit eigener Kraft aufgesetzt. Man hatte ihm für diesen Kraftakt extra eine Bühne angefertigt.

 

Am 12. August 1928 konnte das Ehrenmal unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung feierlich eingeweiht werden.

 

Nach dem 2. Weltkrieg (1939-1945) hatte Padberg wieder zahlreiche Soldaten als Opfer zu beklagen. Um die gefallenen und vermissten Soldaten des 2. Weltkriegs auf der Gedenktafel zu erwähnen reichte der Platz nicht mehr aus und es musste eine Lösung gefunden werden. Man einigte sich die Vorderfront des Ehrenmals neu zu gestalten. Um Platz für eine zweite Tafel zu schaffen wurde der wasserspeiende Löwenkopf entfernt. So entstand eine größere Fläche für die neuen Tafeln, die bis zum Sockel des Ehrenmals reicht. Steinmetz Josef Grothe fertigte in erhabener Schrift zwei neue Tafeln für die vermissten und gefallenen Soldaten beider Weltkriege an.

 

Das mittlerweile 80 Jahre alte Bauwerk wurde in den Jahren 2008-2009 vom Förderverein Ring Padberg e.V. mit viel Einsatz vollständig restauriert. Fachleute kümmerten sich um die Sandsteinfiguren und die immer unleserlich werdenden Tafeln, leider nur mit mäßigem Erfolg.


neugestaltete Fläche vor dem Ehrenmal

und die neuen Tafeln

neugestaltete Fläche

hinter dem Ehrenmal

Einige Jahre später entschloss man sich auch rund um das Krieger-Ehrenmal tätig zu werden, da das Umfeld mit den Jahren sehr verwilderte. Im März 2013 begann der Förderverein Ring Padberg e.V. in Eigenleistung mit der Neugestaltung des Umfeldes. Die verwilderten Flächen vor und hinter dem Ehrenmal wurden würdevoll hergerichtet und es entstand eine kleine parkähnliche Anlage.

 

Als Sponsor unterstützte die RWE Deutschland dieses Projekt im Rahmen der Initiative „Aktiv vor Ort“. Als Helfer konnte das Garten & Landschaftsbau Unternehmen Bastian Becker, die Stadt Marsberg und vielen engagierten Bürger Padberg´s gewonnen werden.

 

Da die Tafeln mittlerweile ganz unleserlich geworden waren, musste auch hier gehandelt werden. Es wurde eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Fördervereins Ring Padberg (Reinhard Becker und Roland Schlömer) und des Ortsbeirates (Norbert Becker und Georg Grelich) gegründet. In Zusammenarbeit mit der Stad Marsberg konnte ein Weg für dieses Vorhaben gefunden werden. Man war sich einig, das nur gänzlich neue Tafeln eine Lösung sind.

Im Laufe des Jahres 2013 konnten erhebliche Spenden gesammelt werden von privaten Spender sowie Vereine und einer Partei. Auch eine Hutsammlung des Schützenvereins am Schützenfestmontag brachte großen Erfolg. Weiterhin konnten Zuschüsse von der Stadt Marsberg in Anspruch genommen werden, die Zusammenarbeit mit der Stadt Marsberg, bei diesem Projekt war sehr gut.

Um aktuell zu bleiben gab es noch etliche Recherchen zu den Namen der vermissten und gefallenen Soldaten. Anschließend konnte die Firma Steinmetz Köchling aus Marsberg mit der Anfertigung der Tafeln beginnen.


neue Tafeln aus anthrazitfarbenen Impala Granit

 

Die neuen Tafeln, aus anthrazitfarbenem Impala-Granit, wurden am 27. Februar 2014 montiert. Sie fallen zur vollsten Zufriedenheit aus und es wurde hervorragende Arbeit geleistet.

So soll dieses Bauwerk, mit den Namen von vermissten und gefallenen Padberger Bürgern, auch weiterhin uns und folgenden Generationen als Mahnmal gegen den Krieg und für den Frieden dienen.


Ein Bericht von Reinhard Becker und Ortsheimatpfleger Norbert Becker.